„Auf keinen Fall!“ ist meistens die erste Reaktion, so zumindest mein Eindruck. Dies äußern sowohl Whisky-Freunde und –Kenner, aber vor allem auch Whisky-Novizen, die gerade den puren Whisky-Genuss für sich entdeckt haben, nachdem sie Whisky vorher sowieso nur als Mix-Zutat kannten. Die richtige Antwort lautet, wie so oft: Es kommt drauf an. Und, fast noch nebulöser: Geschmacksache.

Grundsätzlich haben die Immer-Purtrinker natürlich Recht. Ein Whisky-Hersteller produziert schließlich kein Konzentrat, welches aus Gründen der Platzersparnis mit Wasser, am besten aus dem Wasserhahn, aufgefüllt wird. Da muss man nicht so viele Whisky-Pullen die Treppe rauftragen! Gedacht ist grundsätzlich jede Spirituose und sowieso jeder Premium Whisky zum puren Trinken.

Aber auch wenn man den puren Whisky schmecken und genießen will, können ein paar Tropfen Wasser, mit Bedacht hinzugefügt, den Geschmack noch besser „aufschließen“. Das ist natürlich, wie gesagt, auch Geschmacksache und manchmal schlicht eine Frage des Alkoholgehaltes. In jedem Fall ist es einen Versuch wert. Dann sollte man aber keine Wasserkaraffe zur Hand nehmen, sondern am besten eine Pipette – und falls nicht verfügbar in Pipetten-Volumen hinzufügen, nicht mehr. Dies kann und sollte auch ein Experiment sein, welches den Geschmacksinn schärft: Was passiert bei wieviel Wasser Zugabe? Welche Aromen kommen zum Vorschein, die zuvor eventuell „hinter“ einem zu dominanten Alkohol- oder Torfaroma verborgen waren? Und, am wichtigsten: Mit welcher Menge Wasserbeigabe schmeckt es mir persönlich am besten – und wann kippt bzw. verwässert der Whisky?
Aber bitte nehmen sie gutes, mineralarmes Wasser. Geeignet sind z.B. die klassischen mineralarmen Sorten Evian, Vittel oder Volvic. Sollten Sie bei dem Versuch allerdings merken, dass umso mehr Wasserbeigabe, umso besser der Geschmack, dann sind Sie womöglich doch eher ein Tee-Trinker…